Reisebericht Laos, Dezember 2017



Samstag, 02.12.

Unsere Reise beginnt hektisch. Die Haltestelle für den Fernbus nach Berlin wurde verlegt.
Wir müssen im Laufschritt quer durch die Innenstadt, um rechtzeitig den Bus zu erreichen.
Der Bus ist schon etwas älter, aber er bringt uns pünktlich zum Flughafen Tegel, der auch nach mehrmaliger Betrachtung
immer noch den Eindruck eines Busbahnhofes mit Einkaufsmöglichkeiten hinterlässt.
Einen Klapphocker sollte man mitbringen, denn Sitzplätze sind absolut rar hier.
Immerhin starten wir pünktlich und sind am Nachmittag in Helsinki als gerade die Sonne am Horizont verschwindet.
Da wir sieben Stunden Aufenthalt haben, investieren wir 2 x 10 Euro, um der Stadt einen Besuch abzustatten.
Mit dem Zug sind wir eine halbe Stunde später am Hauptbahnhof.
Es ist für hiesige Verhältnisse sicher ein milder Dezembertag mit fast 4 °C, etwas Schnee liegt noch auf den Rasenflächen.
Wir schlendern durch die Stadt und können uns angesichts der Bierpreise nicht entscheiden, wem wir unser Geld in den Rachen werfen.
Dafür lockt der Weihnachtsmarkt. Schlichte Holzhütten und gemütliche Beleuchtung geben dem Markt eine besondere Atmosphäre.
Dazu gibt es zahlreiche Probiermöglichkeiten, von Käse über Räucherlachs bis hin zu köstlicher Schokolade.
Auch sonst ist Helsinki eine sehr angenehme Stadt. Leider ist es uns bald zu kalt.
Schließlich sind wir ja aufgebrochen, um in warme Gefilde zu reisen.
Mit dem Zug sind wir in einer halben Stunde wieder am Flughafen und starten in die Nacht Richtung Bangkok.
Gern hätten wir auch noch Polarlichter gesehen…

Sonntag, 03.12.

Nach langem Flug landen wir am Nachmittag in Thailand.
Uns erwarten 25 °C und der Shuttlebus zum anderen Flughafen Don Muang, von dem wir morgen wieder starten.
Bis nach Ayutthaya liegt noch eine Stunde Zugfahrt vor uns. Aber wie kommt man vom Terminal zum Bahnhof?
Vor uns sehen wir die Straße, irgendwo dahinter liegen die Gleise, aber der Weg dahin ist nicht so leicht zu finden.
Über die Straße geht es nicht. Wir sehen zwar eine Fußgängerbrücke, aber wo ist der Zugang?
Die unscheinbare Tür im Terminal ist leicht zu übersehen und eine Beschilderung kaum zu erkennen.
Für 11 Bhat p. P. finden wir uns schließlich im Local Train wieder.
Die Türen und Fenster sind weit geöffnet, ein paar Ventilatoren quirlen die Deckenluft.
So genießen wir die Fahrt, während es langsam dunkel wird. In Ayutthaya geht es mit der Fähre über den Fluß
und eigentlich sollte es nun nicht mehr weit bis zum Guesthouse sein. Die angegebene Adresse ist nur nicht aufzufinden.
Leute, die wir fragen, weisen uns jeder in eine andere Richtung, bis wir jemanden finden, der für uns das Guesthouse anruft.
Es liegt gleich um die Ecke, und nach einer erfrischenden Dusche nebst dem langersehnten Wechsel in luftige Kleidung
machen wir uns auf den Weg zum Nachtmarkt, um wie alle Besucher hier dem leiblichen Genuss zu frönen
und den ersten richtigen Urlaubsabend ausklingen zu lassen.
Spät fallen wir für eine kurze Nacht in die Betten.

Montag, 04.12.
Schon zeitig sind wir unterwegs. Es ist noch angenehm draußen und wir erkunden mit im Guesthouse geliehenen Rädern die Stadt.Die thailändische Provinzstadt Ayutthaya

Um diese Zeit kann man sogar noch ohne Eintritt die Ruinen der alten Königsstadt besuchen.
Da unsere Zeit begrenzt ist, machen wir nur ein paar Fotos und suchen uns ein Straßencafé, um zu frühstücken.



Während wir uns Reis mit Bambussprossen und Chillie schmecken lassen,
betrachten wir das morgendliche Verkehrschaos.
Nach ein paar Runden durch die belebten Straßen, trinken wir noch einen Kaffee auf der Terrasse und starten zur Fähre,
die uns wieder über den Fluß zum Bahnhof bringt.
Der Zug fährt gerade ein und so sind wir überpünktlich am Flughafen.
Laos erwartet uns.
Auf dem Flughafen in Luang Prabang erhalten wir problemlos unsre Visa für 30 USD + 1 USD Bearbeitungsgebühr.
Ein Brite erhält auf seine Frage, ob das auch für ihn kostenpflichtig sei,
vom sonst etwas mürrisch blickenden Beamten die erfrischende Antwort „you are not the Swiss“.
Humor haben sie also, die Laoten.
Draußen laufen wir erst zur Straße, um den lauernden Taxifahrern zu entgehen und fahren für 5 USD
wahrscheinlich nicht viel billiger mit dem Tuktuk zu unserem Guesthouse. 
Das Pathoumphone Guesthouse liegt an einem Nebenfluss des Mekong. 
Für umgerechnet 10 Euro pro Nacht haben wir ein einfaches aber sauberes Zimmer mit Dusche/WC über den Flur. Nachtmarkt

nachtmarktAm Abend besuchen wir den Nachtmarkt, der hier sehr auf Tourismus ausgerichtet ist,
aber auch Alltagsgegenstände und natürlich jede Menge Essen bietet.
Allgemein ist der Ort sehr touristisch, aber sehr schön gelegen.

Dienstag, 05.12.

Die Suche nach einem Fahrradverleih mit Mountainbikes erweist sich als schwierig.
Wir beschließen, unsere große Tour auf morgen zu verschieben, und schlendern erst einmal über den engen Gemüsemarkt
auf dem neben Grünzeug auch Fisch, Fleisch, Frösche, Vögel, Fledermäuse und Insekten für den Kochtopf zu haben sindgebratene Fledermäuse


Im Nationalmuseum kaufen wir Tickets für ca. 3 Euro pro Person, müssen aber am Eingang umkehren,
um die Rucksäcke und Kameras in Schließfächer zu verfrachten.
Dort werden wir auch auf passende Kleidung verwiesen und verschieben das Ganze wiederum auf morgen.
Später finden wir doch noch einen Fahrradverleih, der auch Mountainbikes vermietet, nehmen aber erst einmal einfache Räder,
um die nähere Umgebung zu erkunden.
Fähre Mekong

Mit der Fähre geht es über den Mekong.
Die erwartete dörfliche Idylle stellt sich aber nicht ein.
Nach ein paar Kilometern auf staubiger Piste, wo demnächst eine Straße noch mehr Verkehr anlocken wird, kehren wir um, beobachten bei einer kurzen Rast das Dorfleben und kehren zurück nach Luang Prabang.
Der Hunger läßt uns an einer Straßenküche haltmachen.
Unsere Wünsche werden zwar weitestgehend ignoriert, aber wir werden halbwegs satt und finden im Straßengewirr auch zurück.
Der Fahrradverleiher betreibt auch einen Laden, von wo wir mit gut gekühlten Getränken wieder das Guesthouse für eine vorabendliche Pause aufsuchen.
Die nächste Unterkunft ist dank WLAN gebucht, nur den Bus brauchen wir noch. Auch das klappt einfach und schnell, sogar mit Transfer zum Busbahnhof.
Nun noch ein paar leckere Spießchen vom Grill und andere Leckereien aus der Straßenküche, die es hier für jeden Geschmack für schmales Geld zu erstehen gibt.

Mittwoch, 06.12.

Wir leihen uns Mountainbikes für ca. 5 Euro p. P. für unsere heutige Tour.
Zunächst besuchen wir aber noch den Königspalast.
Königspalast

Hier hatte die Königsfamilie lange Zeit ihren Wohnsitz und man kann neben der Einrichtung,
zahlreichen Kunstgegenständen, zumeist aus dem 17. Jahrhundert, auch einige Staatsgeschenke aus umliegenden Staaten,
aber auch aus Polen, der Sowjetunion und den USA betrachten.
Mittlerweile ist es später Vormittag und wir nehmen ein Frühstück am Straßenrand, bevor wir uns wieder auf die Räder schwingen und unsere Tour starten.



Etwa 30 Kilometer bis zum Wasserfall Kuang Xi liegen vor uns. Es ist heiß und die leicht bergige Strecke hat kurze, aber steile Anstiege zu bieten Wasserfall Kuang Xi

Am Wasserfall herrscht Touristentrubel, aber die Lage inmitten der Regenwaldatmosphäre ist wirklich schön. Wir steigen seitlich einen Pfad zum Felsrand hinauf, von wo sich der Wasserfall ergießt. Hier wird es schon ruhiger und wir können einen herrlichen Ausblick genießen. Über ein paar Stege geht es auf das andere Flußufer und einen steilen Pfad wieder hinab. Unten lassen wir uns gegrillten Fisch mit Reis schmecken und schwingen uns wieder auf die Räder. Bis 19 Uhr müssen wir diese abgeben und haben ein wenig Sorge, ob wir das angesichts der Anstiege auch schaffen. Wir haben uns getäuscht. Tatsächlich geht es fast nur bergab. So hatten wir das auf der Hinfahrt gar nicht wahrgenommen. Durch die Stadt müssen wir nur geradeaus, allerdings auch über den Nachtmarkt, der bereits begonnen hat. Prompt löst sich im Gedränge die Sohle von Uwes Sandale, aber ein Stand mit Flipflops löst auch das Problem der vorübergehenden Barfüßigkeit. 18 Uhr geben wir stolz die Räder ab, duschen in unserem Quartier und drehen noch eine letzte Runde durch Luang Prabang. Die Straßenküche füllt die Mägen und den Ausklang finden wir an der Unterkunft mit ein paar Getränken.

Donnerstag, 07.12.

Wir haben uns den Wecker gestellt, um nicht zu verschlafen.
Das Frühstück besteht aus ein paar Keksen und grünem Tee, bevor uns ein Tuktuk abholt, noch weitere Touristen einsammelt und zum Busbahnhof fährt. Hier steigen wir um in einen bequemen Minivan und sind inclusive Pausen 6 Stunden später in Vang Vieng. Der Ort ist eine Partymeile, was man aber im ersten Augenblick an der Hauptstraße nicht gleich erkennt.
Die Lage allerdings ist phantastisch.
Die Stadt liegt am Fluß und ist von eindrucksvollen Bergen umgeben.
Unser Bungalow ist einfach ausgestattet, relativ ruhig gelegen und vor allem im Grünen und nicht direkt an der Straße.
Vang Vieng

Freitag, 08.12.

Der Morgen begrüßt uns mit Regen so frühstücken wir auf unserer Terrasse und holen uns Kaffee und Instantsuppen, die es frei an der Rezeption gibt. Als der Regen nachläßt, laufen wir los, mieten uns Räder und fahren über eine abenteuerliche mautpflichtige Brücke aus der Stadt hinaus.

Brücke

Ein paar Kilometer außerhalb zweigen wir rechts ab auf eine Piste und finden uns kurz danach an einer Hütte wieder, wo ein alter Mann 10.000 Kip p. P. kassiert und gleichzeitig auch als Führer fungiert. Der Weg führt durch ein trockenes Flußbett. Wir trödeln etwas hinterher und irgendwann ist der Herr samt zwei Touristinnen verschwunden. Die Höhle finden wir trotzdem. Unsere Ausrüstung mit nur einer Stirnlampe und Flipflops ist zwar nicht gerade höhlenkonform, aber wir versuchen es dennoch. In der Höhle ist es stockdunkel, ein paar weiße Pfeile markieren den Weg.

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Es ist eng, ein paar einfache Holzleitern und Stege gibt es, ansonsten muß man klettern und durch einige Löcher kriechen. Ein wenig gruselig ist es schon. Wir sind ganz alleine in der Höhle und hoffen, daß die Pfeile wirklich auch die richtige Richtung weisen. Zumindest ist die Farbe schon trocken und als wir am Eingang waren, kamen gerade drei Österreicher ans Tageslicht. Einige Spinnen warten an den Wänden auf Beute und eine Schar von langfühlerigen Grillen verspeist gerade eine kleine Schlange. Mit Klettern und Kriechen bewegen wir uns voran und claustrophobisch veranlagte Personen hätten sicher spätestens an dem mindestens 20 Meter langen Stück verweigert, an dem die Decke nur noch in 40 cm Tiefe hängt und die Wände immerhin noch 80 cm auseinanderstehen. Entsprechend lehmbeschmiert entsteigen wir wieder der Dunkelheit und freuen uns, wieder im Tageslicht zu stehen.



Wir kämpfen uns wieder zurück durchs Flußbett, wo einige Leute gerade dabei sind, große Steine aus dem Weg zu räumen und Felsbrocken tatsächlich mit einfachen Hämmern zu zerstückeln.

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Auf der Straße fahren wir noch ein Stück weiter, legen eine kurze Rast ein und treten den Heimweg an. Die lärmenden Quadtouristen auf der Straße nerven gewaltig. Wir genehmigen uns in der Stadt ein leckeres Essen und hoffen, daß der Pass, den wir beim gegenüber liegendem Verleih lassen mussten, seinen Besitzer wiederfindet. Die Sorge war unbegründet. Wir geben die Räder ab und bekommen auch den gut verschlossen aufbewahrten Pass zurück.
Ein Bus ist auch schnell gebucht, so kann es morgen weiter nach Vientiane gehen.

Samstag, 09.12.
Der Abholer kommt etwas spät, dafür aber umweltfreundlich mit einem Elektro-Tuktuk. Ein bequemer Bus mit liebevoll kitschigen Gardinchen fährt uns nach Vientiane und zu unserer Überraschung fast zur gebuchten Unterkunft. Zum Vientiane Backpackers sind es nur wenige Schritte. Allerdings befindet sich das gebuchte Zimmer einen Straßenzug weiter im Memory Hotel, wo wir einen sauberen großen Raum mit eigenem Bad beziehen. Trotz des vorhandenen Fensters ist es ohne künstliche Beleuchtung stockfinster, ein später erbautes Haus nebenan verdeckt nicht nur die Aussicht, sondern läßt gerade mal einen wenige Zentimeter breiten Spalt zwischen den Wänden.
Die Ausgehmeile liegt fast vor der Tür.

Entlang des Mekong finden sich am Abend viele Händler ein, es gibt einen Nachtmarkt und natürlich zahlreiche Fress-Stände. Sogar eine Bühne wurde aufgebaut, auf der die laotischen Schlagersternchen auftreten. Die meisten Menschen bevorzugen jedoch einen Bummel über den Markt.

 Bummel über den Markt

Gut gesättigt kehren wir noch neben dem Hotel ein und beobachten die abendliche Straßenszene.

Sonntag, 10.12.
Ohne vorherige Buchung suchen wir das nächste Abenteuer. Zunächst müssen wir zum südlichen Busbahnhof, wohin uns ein Tuktuk für 120.000 Kip bringt. Unterwegs sehen wir dann doch einen öffentlichen Bus, der laut seiner Anzeige nur 5.000 Kip gekostet hätte. Dafür sind wir wahrscheinlich schneller am Busbahnhof und sitzen nach kurzer Zeit in einem Minibus, der uns nach Ban Na, bzw. bis zum Abzweig bringt. Für den restlichen Weg hätten wir noch einmal 50.000 Kip, wie schon für die gesamte Fahrt, bezahlen müssen. Wir steigen aus und besuchen erst einmal den an der Straße liegenden Prathat Prabath-Phonsan Tempel. Mit einer Spende von zwei Kerzen erbitten wir uns guten Erfolg für unsere weitere Reise.

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Bis zum Dorf sind es noch 2 Kilometer, die wir zu Fuß gehen. Am Ortseingang befindet sich ein Touristenbüro. Da aber niemand dort ist, laufen wir weiter und fragen einen Mann am Wegrand. Dieser zückt sogleich sein Telefon und ruft den offiziellen Tourguide an. Inzwischen machen wir eine Rast am Dorfladen. Wenig später kommt der Guide. Wir buchen unseren Aufenthalt und für morgen eine Wanderung. Mit Übernachtung und drei Mahlzeiten kostet uns das satte 620.000 Kip! Er führt uns noch zur Unterkunft, wo wir die Rucksäcke lassen und erst einmal die nähere Umgebung allein erkunden. Das Dorf bildet eine richtige Kommune. Die Frauen flechten Körbe, während die Männer eher für Feldarbeit, Bautätigkeiten und Zuschneiden der Bambusstreifen zum Flechten zuständig sind.

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Wir spazieren ein wenig durch die Reisfelder und sind gespannt auf den Abend. Im Ort sind einige wohl durch den Tourismus zu Geld gekommen, jedenfalls sieht man neben den Häusern einige große neue Pickups. Und natürlich hat fast jeder ein Moped wie überall in Laos, einschließlich der Kinder, die manchmal kaum die Füße auf den Boden kriegen.
Am Abend werden wir mit Nudelsuppe, Reis und scharfem Hirsedip verköstigt. Die Familie flechtet noch bis in den späten Abend weiter ihre Körbe. Wir sind müde. Gewaschen wird sich im Familienbad, das mit zwei großen Wassertrögen zum Schöpfen, Toilette und sogar einer riesigen Waschmaschine ausgerüstet ist. Unser Schlafplatz besteht aus Matratzen auf dem Wohnzimmerboden, mit Moskitonetz, abgetrennt vom restlichen Raum durch einen Vorhang. Neben uns schläft die Tochter des Hauses mit ihrem Baby, der Rest der Familie im Obergeschoss des Hauses.

Montag, 11.12.
Der Hahn verrichtet am frühen Morgen mit seinen Kollegen den Weckdienst. Nur am „Kikeriki“ muss er noch arbeiten, er endet schon in der Mitte mit einem jämmerlichen krächzenden Abgang, so dass man sich die Ohren zuhalten möchte.
Zum Frühstück gibt es Reis mit Glasnudeln, Möhren und Gurkengemüse-Mix. Unser Guide erscheint pünktlich, während wir noch beim Essen sind. Die Wanderung verläuft auf Wegen, die irgendwann immer schmaler werden, durch viel trockenes Gehölz und Bambuswälder.
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Bald erreichen wir den Elefantenbeobachtungsturm. Elefanten gibt es seit Jahren hier nicht mehr, dabei sollten sie für Tourismuseinnahmen sorgen, nachdem die Ackerwirtschaft gerade wegen der Elefanten nicht mehr tragbar war. Einst hatte der Zuckerrohranbau die Tiere angelockt, dann riss man die Pflanzen wieder aus und baute Gemüse an, welches sie aber auch nicht verschmähten. So wurde mit Hilfe des Deutschen Entwicklungsdienstes der Turm errichtet und auf ein Geschäft mit Touristen gehofft. Geblieben ist das Bauwerk, von dem man sicher einmal einen tollen Ausblick hatte, bevor sich der Wald den Lebensraum zurückeroberte. Hinauf geht es auf einer Leiter, die mittels Flaschenzug heruntergelassen wird. Oben gibt es sogar eine Toilette und Kochgelegenheiten. Man kann hier auch übernachten.
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Wir gehen weiter zum Fluß, der auch eine Badegelegenheit bietet, wie unser Guide gleich demonstriert. Der nächste Rastplatz liegt wieder am Wasser, wo unser Freund seinen Rucksack leert und einen Imbiss samt Tellern hervorzaubert. Von hier treten wir den Rückweg an über altes Lavagestein und von Waldbränden gezeichnete Flächen.
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Man sieht deutlich, dass hier normalerweise Holz geschlagen wird, das vor Ort gleich in Bretter zersägt und per Moped abtransportiert wird. Komischerweise ist kein Mensch zu sehen und zu hören. Wir vermuten, dass bei Anwesenheit von Touristen die Sägen ruhen sollen. Ansonsten wird hier Bambus geerntet. Unterwegs treffen wir einen Mopedfahrer, dessen Gefährt für den Transport langer Bambusstangen präpariert wurde. Besonders lustig finden wir den Tank, der mangels Originalersatzteil aus einer alten Plastikflasche in Bärchenform besteht.
Im Dorf laden wir unseren 34 Jahre jungen Guide noch auf ein Bier ein, verabschieden uns und laufen zur Straße. Auf den Bus müssen wir nicht lange warten und fahren nach Paksan, wo wir uns nach einiger Suche im Hotel an der Hauptroute für ca. 10 Euro einquartieren. Nicht weit davon ist die Haltestelle für die Busse und eine Gelegenheit zum Essen. Der gegrillte Fisch mit Reis ist absolut lecker.
Dienstag, 12.12.
Wir haben den Wecker überlistet und stehen eine Stunde zu spät auf. Innerhalb 30 Minuten schaffen wir es zu duschen und zum Bus-Stopp zu laufen. Da einige Stunden Fahrt vor uns liegen, essen wir noch etwas am Straßenrand, bevor wir pünktlich in den von Vientiane kommenden Bus nach Thaktek steigen. Der gesamte Fußraum im Bus ist mit vollen Säcken zugestopft, was das Sitzen nicht gerade angenehm macht. Dies und das Frühstück aus fettigem Klebereis und Spiegelei lassen Nessis Magen rebellieren und den Spaziergang in der endlich erreichten Stadt zur Qual werden. In der Apotheke kaufen wir ein Magenmittel und die Patientin wird im Hostel abgelegt. Uwe durchstreift inzwischen die Stadt.
Mittwoch, 13.12.
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Heute leihen wir uns ein Moped für 70.000 Kip, und nach den ersten Schaltproblemen haben wir es ganz gut im Griff. Auf der Landstraße in Richtung Vietnam, fahren viele LKW’s, aber alle vorsichtig und ohne Hupen oder Drängeln.
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Wir biegen auf die Piste ab, die zur Buddha Cave führt. Einige hundert Meter davor ist ein Parkplatz, hinter dem ein Pfad zu einer anderen Höhle abzweigt. Es geht durch Dschungel, über eine Wiese mit herrlichem Anblick der Berge ringsum, über eine Holzbrücke und an den Felsen entlang bis zu einem großen Teich mit einem über einen wackeligen Steg erreichbares Stelzenhäuschen. Von hier kann man die Szenerie wundervoll auf sich wirken lassen. Auf die Buddha Cave mit Touristenrummel haben wir da keine Lust mehr.
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Nebenan liegt eine kleine Höhle, die mit Wasser gefüllt ist. Ein ‚Boot zeugt wohl davon, dass man hier theoretisch hineinfahren könnte. Allerdings ist dieses voller Wasser und man muss vielleicht nicht jeden Leichtsinn wagen.
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Zurück am Parkplatz schauen wir uns die Stände der Verkäufer an, die neben den üblichen Souvenirs auch zahlreiche Kräuter und Hölzer anbieten. Letztere werden für eine Art Tee genutzt, der eine berauschende Wirkung hat, wie uns eine der Verkäuferinnen versichert. Offensichtlich haben sie alle davon schon ordentlich genascht, denn besonders beflissen gehen sie ihrer Arbeit nicht gerade nach.
Wir fahren wieder zur Hauptstraße und biegen nochmals nach einigen Kilometern links ab. Der Weg ist nicht so gut ausgebaut, bei Regen wahrscheinlich mit dem Moped gar nicht mehr befahrbar. An einer tiefsandigen Stelle geraten wir ins Schlingern und finden uns unterm Moped im Sand wieder. Wir fallen weich und außer kleinen Schrammen sehen wir nicht viel. Allerdings werden wir vorsichtig und wechseln uns an solchen Passagen nun mit dem Fahren ab, einer läuft lieber die paar Meter.
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Unsere Fahrt endet an einem kleinen Dorf mit sehr netten Bewohnern und etwas aufdringlichen Kindern, welche aber nie betteln. Nur ein Junge nervt etwas mit seinem unaufhörlichem „Sabadee“. Wir finden, dass einmal „Guten Tag“ doch wirklich ausreichen wäre. Wir trinken etwas am Dorfladen, spazieren ein wenig herum und fahren wieder zurück. In der Stadt begehen wir den Fehler, den Polizeiposten nicht weiträumig zu umfahren. Prompt werden wir angehalten und nach dem internationalen Führerschein gefragt. Oooops… haben wir natürlich nicht. Das kostet 50.000 Kip, die wie selbstverständlich ohne Quittung über den Tisch gehen. Noch geht diese Rechnung auf, wenn man bedenkt, wieviel die Ausstellung des internationalen Führerscheines in der Heimat gekostet hätte. Vom Zeitaufwand noch ganz abgesehen. Auf die Aussage des Polizisten, wir könnten am nächsten Posten auf das Bezahlen bei ihm verweisen, verlassen wir uns lieber nicht. Einen Beleg will er uns schließlich auch nicht geben. Wir drängen auch vorsichtshalber nicht länger darauf. Über Nebenstraßen, an denen keine Polizei steht, fahren wir trotzdem zum Mekong und lassen uns am Ufer gegrillten Fisch schmecken. Den Abend verbringen wir im Hostel, wo wir auch den nächsten Bus buchen können und den Altersdurchschnitt deutlich nach oben verschieben. Hier treffen wir auch einen Sachsen, der mit dem Rad von Bangkok unterwegs ist. Respekt.
Donnerstag, 14.12.
Früh starten wir nach Pakse. Die Abholung klappt perfekt und auch der Bus steht schon parat. Gleich neben dem Hostel hat sich heute die Polizei postiert. Da werden wohl einige Mopedtouren sehr kurz sein.
Der Bus kriecht förmlich vor sich hin, die Klimaanlage tröpfelt auf die Fahrgäste, aber alle bleiben gelassen, selbst als der Schaffner unterwegs im Busch verschwindet, um wahrscheinlich bei seiner Familie Hallo zu sagen. An den größeren Haltepunkten strömen Händlerinnen in den Bus und wedeln mit fettigen Fleischspießen herum – eine Freude für jeden Vegetarier. Weiter südlich übernehmen diese Arbeit vorwiegend Kinder und man spürt die deutliche Zunahme der Armut in dieser Gegend. Nach acht Stunden sind wir am Rand von Pakse. Die Fahrt endet auf dem 7 Kilometer vom Zentrum entfernten Busbahnhof. Die Tuktuk-Fahrer machen ein gutes Geschäft. Pro Person verlangen sie 20.000 Kip. Sie stoppen genau an einem Touristenbüro, von dem unser gebuchtes Oulayvan Guesthouse nur etwa 200 Meter entfernt liegt. Unser Zimmer ist eine Dunkelkammer ohne Fenster, aber absolut sauber und modern. Das Hotel wurde erst in diesem Jahr errichtet.
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Die Stadt hat einen morbiden Charme mit alten französischen Häusern. Die Einwohner sind weniger aufgeschlossen als sonst im Land. Sie verstehen im Gegensatz zu ihren Landsleuten kaum Englisch und scheinen an Geschäften nicht sonderlich interessiert zu sein. Uns fallen viele Ladyboys auf, denen man den Fake dank Bärtchen und mit spitzen Tütchen ausgefüllten BH’s aber sofort ansieht. Die Essensstände am Straßenrand laden hier nicht zum Naschen ein, alles sieht eher unappetitlich aus. Am Mekong wird gebaut und der Aufenthalt ist nicht gerade entspannend. Immerhin erhalten wir auf dem Markt einen guten Klebstoff, um unsere Sandalen zu reparieren. Beim Touristenbüro buchen wir eine Tour über das Bolaven Plateau mit der Option, in Tad Lo zu bleiben und vielleicht am nächsten Tag wieder mitgenommen zu werden.
Später finden wir doch noch ein indisches Restaurant mit leckerer Küche, wo wir den Rest des Abends verbringen. Die Toilette ist allerdings nichts für Sauberkeitsfanatiker und der Weg dorthin führt mitten durch die Küche.
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Freitag, 15.12.
Nebenan finden wir ein annehmbares Restaurant um zu frühstücken, holen dann unsere Sachen und müssen nicht lange auf den Ausflugsbus warten. Wir starten zum Plateau. Die erste Station machen wir an den Tad Fan Wasserfällen. Hier stürzt das Wasser gleich im Doppelpack 120 Meter in die Tiefe. Wer möchte, und den Nervenkitzel braucht, kann per Zip-Line das Tal überqueren. Leider opfert sich gerade niemand für ein spektakuläres Foto. Die nächste Station ist eine Kaffeeplantage. Hier kaufen wir Bio-Kaffee vom Plateau und können uns etwas umsehen. Bevor wir nach Tad Lo kommen, halten wir noch an einem Dorf.
RohKaffee
Alte Kafferösterei
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Auch hier liegt Kaffee zum Trocknen aus, die Tiere verbringen den Tag mit den Menschen, die bei uns einen etwas verwahrlosten Eindruck hinterlassen. Ob die Kinder hier eine Schule besuchen ist fraglich, und man sieht schon junge Mädchen mit dampfenden Bambuspfeifen. Angeblich sei es kein Opium, aber das Zeug muss ziemlich high machen.
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Mittags sind wir in Tad Lo, laufen über die Brücke, der ein Pfeiler fehlt, ins Dorf und beschließen, gleich am Fluß Quartier zu nehmen. Für 60.000 Kip beziehen wir ein Zimmer mit Bad und Veranda. Es gibt im Ort auch günstigere Quartiere, aber die Aussicht ist hier die beste. Der Fluß ergießt sich in Kaskaden hinab und ein Stück aufwärts befindet sich der Tad Lo Wasserfall. Hier kann man über eine kleine Holzbrücke auf die andere Seite gelangen.Von dort wandern wir, nachdem wir uns im Ort gestärkt haben, noch zum nächsten Dorf, wo man noch sehr einfach und traditionell lebt. Auf dem Rückweg lädt der Fluß zu einer kurzen Erfrischung ein und auch zwei Reitelefanten dürfen am Abend ihrem Badevergnügen nachgehen.
Wir verbringen den Abend bei Mama Pa, einer agilen, sehr offenherzigen kleinen Frau, die leckeres Essen in großen Portionen anbietet. Sie probiert unseren Tabak und verrät, dass sie 50 Jahre alt und Mutter von vier Kindern ist. Von ihr erfahren wir auch, dass in den Pfeifen nicht etwa Opium, sondern eine Holzart geraucht wird. Ob dem so ist, können wir nicht nachprüfen, aber wenn aus dem Holz ein berauschender Saft gewonnen wird, wie wir sahen, kann man es vielleicht auch rauchen.
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Samstag, 16.12.
Bei Sonnenaufgang steigen wir noch einmal zum Wasserfall hinauf, um das Morgenlicht zum fotografieren zu nutzen.
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Nach einer Runde durch die Gegend frühstücken wir bei Mama Pa und bekommen von ihr zum Abschied rosa geflochtene Armbändchen, die sie besonders gern an ihre Schlafgäste verteilt. Nun sehen wir ein bisschen wie die Pauschaltouristen mit Flatrate-Bändchen aus.
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An unserer Unterkunft trinken wir noch einen Kaffee und hoffen, dass wir einen Bus nach Pakse bekommen bzw. dass unsere Führerin von gestern noch zwei Plätze frei hat auf ihrer Rückfahrt. Leider steht kei n Platz in einem Bus zur Verfügung, so machen wir uns erst einmal zu Fuß auf zur Straße. Wir haben Glück. Ein Bus kommt nach einigen Minuten, so gelangen wir wieder nach Pakse. Allerdings müssen wir vom Busbahnhof ein Tuktuk ins Zentrum nehmen, bei stürmigem Wetter eher nicht so angenehm. Bei der Hauptreiseagentur buchen wir unsere nächsten Busse und essen bei unserem liebgewonnenen Inder. Am Abend kehren wir an einer Straßenkreuzung ein. Ein lauter Knall läßt uns zusammenzucken. Drei Mopeds sind ineinandergefahren. Mit einer weiteren Touristin, die sofort aufspringt, helfen wir bei den ersten Schritten. Ein Verletzter ist ziemlich benommen, zusammen mit einem weiteren Patienten wird er von einem Tuktuk-Fahrer eingesackt und ins Krankenhaus gefahren. Auch die Staatsmacht ist vor Ort, zunächst in Form der Gouverneurspolizei in dunkelgrün, dann die Ortspolizei im Tarngewand und schließlich die Straßenpolizei in zartem hellgrün mit roter Schärpe. Jeweils zu dritt. Letztere nehmen dann akribisch mit Protokoll, Fotos und Skizze samt Bemaßung den Unfall auf.
Soviel Aufregung macht hungrig und wir suchen noch einmal den Inder auf, da wir in anderen Restaurants in der Stadt immer Gefahr laufen, nicht das zu bekommen, was wir bestellt haben. Ab zehn scheint Sperrstunde zu sein und gegen halb elf werden wir doch etwas nachdrücklicher gebeten, nun das Lokal zu verlassen.
Sonntag, 17.12.
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Von Pakse geht es mit dem Bus weiter nach Süden bis zum Busbahnhof des kleinen Städtchens  Set Tai, von dort zu Fuß zum Hafen, wo schon die kleinen Fährboote auf den Andrang der Passagiere warten. Im Ticketpreis war die Überfahrt bereits dabei, wir müssen nur die Scheine gegen das Fährticket tauschen. Wenige Minuten später landen wir auf Don Det an und sind bereits mitten in der Partymeile der Insel. Unser Quartier befindet sich etwa ein Kilometer weiter, entlang der zahlreichen Gästehäuser. Den schmalen Weg teilen sich Fußgänger, Radler und Mopedfahrer. Autos gibt es hier keine. Mr. Phaos Bungalows bieten einen tollen Blick auf den Fluß. Internet gibt es entgegen den Ausführungen in den diesbezüglich schnell überholten Reiseführern überall.
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Wir wandern noch ein bisschen durch die Reisfelder hinter dem Dorf und kehren am Abend im Crazy Gecko ein. Ohne Lampe sollte man abends nicht losziehen, die Wege liegen meist in völliger Dunkelheit. Dafür kann man den Sternenhimmel bewundern.
Montag, 18.12.
Kurz nach der Brücke liegt das Wat Khon Tai, dahinter zweigt der Weg ab zu den Don Khone Somphamit Waterfalls.
Wat Khon Tai
Hier müssen wir 35.000 Kip pro Person Eintritt zahlen und können am Rand der Fälle die Aussicht genießen. Sogar einen Strand gibt es in einer fast ruhigen kleinen Bucht. Badesachen haben wir nicht dabei, aber immerhin kann man ein wenig im Mekong waten.
Don Khone Somphamit Waterfalls
Am Ausgang genehmigen wir uns jeder eine Kokosnuss und werden gleich von einer winzigen Katze belästigt, die hartnäckig immer wieder bis auf den Tisch klettert und offenbar Kokosnüsse ungemein lecker findet.
aufdringliche Katze
Mit dem Rad rumpeln wir weiter. Die Wege sind nicht gerade eben, sondern mit vielen spitzen Steinen gespickt. Wir finden noch einen schönen Strand, bevor wir schließlich zum Südzipfel der Insel Klon gelangen und nach Kambodscha hinüber schauen können.
Den Rückweg wollen wir über schmale Pfade fahren, aber schon nach wenigen hundert Metern scheitern wir an der ersten Brücke, die jeder Statiker wahrscheinlich schon vor einem Jahrhundert aufgegeben hätte. Sie ist halb eingebrochen und wir hängen zu sehr am Leben, um uns dort hinüberzuwagen. Auf der Suche nach einem anderen Weg landen wir im Schlammdesaster und versuchen, die Räder über steile Abhänge auf schmalen Pfaden zu schieben. Schließlich geben wir auf. Zwei dem Schicksal ergebene Mönche laufen in ihrer Gottvertrautheit doch über die kaputte Brücke. Wir haben dieses Vertrauen nicht und nehmen dann doch die gerade, etwas langweilige Piste, die uns wieder nach Don Det führt.
kaputte Brücke
Nach ein wenig Suche finden wir auch den Radverleih wieder und nehmen unsere frisch gewaschenen Klamotten in Empfang.
Sonnenuntergang
Später essen wir nicht weit von unserem Quartier, aber das Draussensitzen wird zur ungemütlichen Angelegenheit. Es ist stürmig und ziemlich kalt, was wohl hier auch eher ungewöhnlich ist. Die Schlafdecken im Bungalow sind wirklich dünn. Sehr dünn. Wie gut, dass wir Schlafsäcke im Gepäck haben.
Dienstag, 19.12.
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Am Vormittag bummeln wir durch das Dorf und versuchen, unsere Weiterreise zu organisieren. Gern würden wir zum Wat Phon, welches die Khmer errichteten. Dieses liegt zwar auf halbem Weg nach Pakse, leider aber auf der anderen Seite des Mekong und dies macht die Sache kompliziert. Wir hätten kaum eine Chance, noch am selben Tag nach Pakse zu kommen und dort fährt früh um acht unser Bus nach Thailand. Mit ein wenig Herzschmerz verzichten wir und buchen durch bis Pakse.
Am Nachmittag steigen wir für 180.000 Kip in ein Boot unseres Gastgebers Mr. Phao. Er fährt uns persönlich zu den Khonephapheng Fällen, den größten der Mekongfälle. Die Stromschnellen sind nicht zu unterschätzen. Souverän lenkt er das Boot mal links, mal rechts an den zahlreichen kleinen Untiefen, Felsen und Inselchen vorbei. Kurz vor den Fällen legen wir am Ufer an. Ein Pfad führt zur Straße, wo sich der Eingang zu den Wasserfällen befindet. 55.000 Kip zahlt jeder Ausländer, von Einheimischen verlangt man 20.000. Dafür bekommt man ein eindrucksvolles Naturschauspiel zu sehen. Unser Kapitän wartet inzwischen an der Straße auf uns und fährt uns in den Sonnenuntergang. Allzuweit wagt er sich nicht mehr in die Flussmitte. Die Strömung ist heftig und sollte der Motor ausfallen, könnte das übel ausgehen. Ringsum begegnen uns märchenhafte Anblicke – die meist zugewucherten Inseln liegen teils so dicht beieinander, dass man sich eher auf einem kleinen Flüsschen wähnt. Dazwischen schaukeln kleine Fischerboote. Vogelschwärme ziehen übers Wasser. Die Menschen waschen sich mehrmals am Tag im Fluß und putzen sich sogar die Zähne mit dem Wasser. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit sind wir zurück und lassen den Abend in einem der Restaurants ausklingen.
Mittwoch, 20.12.
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Der Morgen ist wieder eisig kalt. Wir frühstücken auf einer Restaurantterrasse, wo die Sonne schon einen kleinen Platz erobert hat. Eine Nudelsuppe am Morgen macht satt und wärmt auf. Genau das richtige. Dann warten wir auf unseren Transport zum Festland. Offensichtlich hat uns die Agentur vergessen, so nimmt uns Mr. Phaos Sohn mit, der ohnehin eine Gruppe hinüberfährt. Obwohl wir nicht bei ihm die Fahrt gebucht haben, verabschiedet uns Mr. Phao herzlich. Wir genießen die nochmalige Flußfahrt und finden uns wieder im wuseligen Leben mit Autoverkehr. Der Bus zuckelt Richtung Pakse. Wir sehen am frühen Nachmittag den Abzweig zum Wat Phon. Von hier hätten wir vielleicht noch mit etwas Glück eine Mitfahrgelegenheit zur Fähre bekommen, aber wir wären dank fehlender Busverbindung am Abend nicht mehr in die Stadt gekommen. In Pakse haben wir Glück. Der Bus hält zwar wie alle am Busbahnhof, fährt aber noch ins Zentrum, wo gleich um die Ecke unser Hotel steht. Diesmal beziehen wir Dunkelkammer Nr. 3 – wieder ein fensterloses Zimmer, dafür aber modern und sauber. An der Reiseagentur hinterlassen wir noch unsere Abholadresse für morgen und hoffen, dass die Information auch verarbeitet wird. Auf den zweiten und dritten Blick ist die Stadt gar nicht so schlecht. Sie bietet schöne alte Bausubstanz, ein altes Vat und schöne Aussichten auf den Fluss. Beim Stadtbummel haben wir Gelegenheit, auf einem Parkplatz einen Blick in ein paar sogenannte Sleeping-Busse zu werfen. Das wäre sicher ein interessantes Reiseerlebnis, auch wenn mancher sich vielleicht um die Unfallsicherheit sorgen könnte.
Auf dem Markt versuchen wir, unser letztes Geld auszugeben, aber Souvenirs finden sich hier kaum. Der Rest wird dann eben in Essen und Getränke investiert.
Donnerstag, 21.12.
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Am Morgen bringt uns der Shuttle Service zum Busbahnhof. Wir verlassen Laos in Richtung Thailand. Zur Grenze führt eine Mautstraße, deren zwei durchgezogene Mittelstreifen allseits ignoriert werden. Am Grenzposten steigen alle aus, um die Ausreiseformalitäten zu erledigen. Der Bus fährt plötzlich weiter, erleichtert bekommen wir mit, dass er nur bis zum Parkplatz auf der thailändischen Seite will. Ein thailändischer Polizeiposten begrüßt tatsächlich alle Einreisenden mit Handschlag! Durch einen Tunnel, dessen Zweck man durchaus hinterfragen darf, gelangen wir zur thailändischen Zoll- und Passkontrolle. Dort wird unser Handgepäck durchleuchtet, die Rucksäcke wähnen wir im Gepäckraum des Busses. Die Passkontrolle klappt reibungslos und auch der Bus steht vor der Tür. Wir wollen schon einsteigen, da werden wir zurückgeschickt. Selbstverständlich wird auch das große Gepäck geprüft. Dazu wurde es ausgeladen und unsere Rucksäcke warten als letzte einsam auf dem Gehweg auf unseren Einsatz. Nach erfolgreicher Durchleuchtung dürfen sie wieder in den Bus und die Reise geht weiter. Wir sind erleichtert, dass nicht im Vorbeigehen ein paar Gramm dazugepackt wurden, so unbeaufsichtigt, wie das Gepäck da herumstand. In korrupten Gegenden kann so etwas den Aufenthalt schon mal ungewollt in unangenehmen Verhältnissen verlängern.
Die Verkehrspolizei macht auch in Thailand ihre Kontrollen an Checkpoints. Unser Fahrer war wohl etwas zu schnell und muß Strafe zahlen. Als wir am Mittag in Ubon ankommen, umzingeln uns die üblichen Ratten von Taxifahrern, die ihr Geschäft wittern. Gut ist es, sich manchmal ein wenig umzuschauen, denn eine junge Frau vom Touristenservice spricht uns an und weist darauf hin, dass es mit dem Local Bus viel billiger geht. Dafür darf sie dann auch ein Werbefoto von uns machen. Der Local Bus ist eher ein großes Tuktuk. man steigt ein, drückt einen Klingelknopf, wenn man aussteigen möchte und zahlt dann beim Fahrer. Für ca. 20 Baht gelangen wir so bequem ins Zentrum. Den restlichen Weg zum Hotel von vielleicht einem Kilometer laufen wir. Wir sehen schon den großen Platz, wo am Abend der Nachtmarkt stattfindet. Daneben ein Park mit Sportanlagen und einem großen goldenen Drachen, eine Art Exzerzierplatz, der wahrscheinlich besonders bei Königsbesuchen genutzt wird.
Das Ubon Best Place Hotel finden wir in der gleichen Straße. Es besteht aus zwei modernen Gebäuden. Wir beziehen das mit dem Wasserschaden. In der nicht genutzten Lobby tröpfelt es fröhlich von der Decke in einen Eimer. Ein Ast fungiert als Deckenstütze und hält sich trotz seiner Krümmung tapfer.
Die Stadt ist sehr übersichtlich. Es gibt zahlreiche Vats, die wohl auch der Grund sind, dass es in den umliegenden Restaurants entgegen sonstiger Gepflogenheiten kaum Bier gibt. Dieses wird fast nur am Flußufer verkauft, wo das Publikum nicht in jedem Fall einen seriösen Eindruck hinterläßt und bereits am Nachmittag ganze Schnapsflaschen leert. Trotzdem wagen wir uns am Abend noch einmal hinunter zum Fluß, bis uns der kalte Wind vertreibt.
Freitag, 22.12.
Wir müssen früh aufstehen, auch wenn es bis zum Flughafen nicht weit ist. In einem der umliegenden Läden finden wir ein paar Reiswaffeln, die uns als Frühstück genügen müssen, und bestellen uns ein Taxi zum Flughafen. Pünktlich haben wir ab und landen eine Stunde später in Bangkok. Der Taxiservice funktioniert hier auf eigene Weise. Man geht zum Taxistand an den Schalter und bekommt dort einen Zettel mit Namen und Bild des zugewiesenen Fahrers. Der Zuschlag ab Flughafen kostet 50 Baht, darauf wird im Taxi per Schild hingewiesen. Auch eventuell anfallende Mautgebühren hat der Fahrgast zu zahlen. Unser Weg ist nicht weit, für 120 Baht kommen wir schnell ans Ziel. Das Airy Resort sieht auf den ersten Blick modern aus. Wir sind nun nicht unbedingt anspruchsvoll, aber im Zimmer finden wir tatsächlich eine Preisliste für Ersatzleistungen, falls der Gast etwas zerstört oder gar etwas mitgehen läßt. Das finden wir doch etwas seltsam. Da die Balkontür klemmt, lassen wir dies vorsichtshalber registrieren. Draußen sehen wir dann auch ein Schild, dass man sich hier tage-, monats- oder auch stundenweise einmieten kann. Die Dusche bleibt kalt, wahrscheinlich hat der Boiler seinen Geist aufgegeben.
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Am späten Nachmittag wagen wir das Abenteuer Nachtmarkt. Die Hochbahn ist zu Fuß nicht weit, aber Fußwege sucht man vergeblich. Die Radspur auf der vielbefahrenen Straße wird unbeeindruckt von Autofahrern okkupiert. Sicher war die Planung von Radwegen eine fortschrittliche Idee in einer Stadt wie Bangkok, aber man sieht so gut wie keine Radfahrer und das sicher nicht ohne Grund. Die Distanzen sind zu groß und als Radler steht man wahrscheinlich noch eine Stufe unter den Fußgängern.
Die Hochbahn kostet 40 Baht pro Person, den Chip sollte man gut aufheben, sonst kann man den Bahnhof am Ziel nicht mehr verlassen. Von Hua Mak fahren zwei Busse in Richtung des Rot Train Markets. Mit Durchfragen und billigen 10 – 20 Baht für den Bus meistern wir auch das. Auf dem Markt gibt es wie immer hauptsächlich Essen ohne Ende, dazwischen Klamotten und Krimskrams.
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Dieser Markt hat aber auch noch eine Antiquitätenecke in alten Lagerhäusern. Von Möbeln über alte Radios bis hin zu Tanksäulen gibt es hier viel zu entdecken. Das Leben tobt auf dem Markt, es spielen auch einige Livebands. Insgesamt herrscht eine lustige, entspannte Atmosphäre.
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Wir schaffen es sogar, den Rückweg zu finden, auch über die mehrspurigen Straßen hinweg, auf denen der Verkehr scheinbar nie nachläßt. Spät sind wir zurück im Hotel.
Samstag, 23.12.
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Wieder müssen wir zeitig raus und eine kalte Dusche später stehen wir in der Lobby. Da das Hotel einen eigenen Shuttlebus hat, für den gleich mal 150 Baht fällig werden, wollen sie natürlich nicht unbedingt die Konkurrenz von Taxifahrern dulden und weigern sich auch, ein Taxi zu rufen. Immerhin sind noch zwei Plätze im Shuttle frei und wir kommen bequem zum Flughafen, um Abschied vom Sommer zu nehmen und über Helsinki die Heimfahrt anzutreten.